34. Harz-Gebirgslauf PDF Drucken

Zum Geburtstag ein M und S auf B? Stets am ersten Oktoberwochenende sind die Harzer geradezu "zwanghaft" aufgerufen ihr Gebirgchen zu erlaufen. Die Überlegung, ob dies an einem Geburtstag nötig sei - es sei, man mache es sich selbst zum Wunsch und Geschenk. Die (Vor-)Zeichen zum Lauf können vielseitig interpretiert werden. Denn während die Woche sich mild gab und bereits herbstlich ansprechend schmückte, stürzte das Wetter am Vorabend in ein Wasser- und Kälteloch. Immer wieder fragte ich mich des Nachts, Sturm und Starkregen lauschend, wird das was - es wurde. Denn ignorant wie wir nun einmal sind, stehen wir pünktlich und kurzfristig um 9:00 Uhr am Start; denn wer keinen Anfahrtsweg hat, geht bestimmt zu spät los. Egal, warm sind wir bereits, schätzen aber noch kurz ein, das lange dünne muss drunter - gut geschätzt, wie sich später zeigt. So, die fröhlich skeptisch blickende Läuferschar setzt sich in Bewegung. Zunächst knorkeln wir oberhalb von Darlingerode Richtung Ilsenburg auf leicht welligen Fahr- und Waldwegen. Einige stürmen bereits beachtlich die kurzen Abstiege; vor dem Brockenanstieg kommt mir das nicht in den Sinn. Es läuft sich ein, schön, dass man bis Kilometer 8 im llsetal wach und warm ist. Ein Läufer fragt mich, vermutlich wegen meines HGL Shirts, ob denn kein V-Punkt käme - nö, nicht auf dieser Strecke, das muss man schon so schaffen, ach da ist die V bereits. Es gibt das volle Progamm, Bananen, Kekse, Schleim, ... Ich nehme, trotz der empfundenen Kälte, Wasser. Im Talkessel der Ilse wird es landschaftlich auch spannender, es weht kein Wind und der Blick zum Fluss ist frei. Wir laufen die breite Waldstraße hinauf und sind nun gleich auf mit der Strecke des Ilsenburger Brockenlaufs. Bis zu Stempelsbuche geht es, bis auf ein Flachstück zum Erholen, bereits nur bergan. Es wird merklich kälter und windiger, läuft sich aber gut. Zahlreiche "Stürmer" des Anfangsstücks konnten wir bereits grüßen. Ein Blick zum Brocken, lässt mich denken, da müsste er eigentlich sein. Wind und Kälte schlagen uns auf dem westlich führenden Weg bis zum Abzweig Kolonnenweg gehörig. Gut, dass ich den adid..äh Plasteüberzug vomletzten V-Punkt mitgenommen habe. Kurz vorm Abzweig treffen wir auch auf die Hettstedter Kolonne - grieselig, geich dem nasskalten Wetter, schimpfen sie ein wenig. Ich finde es sehr spannend, wie kraftvoll sich der Berg wieder einmal zeigt - kleines Abenteuer - Wir kommen! Um Kraft zu sparen, versuche ich an den steilsten Stellen des Kolonnenweges zu marschieren, was mir aber nicht gelingt, da ich irgendwie eingeforen und versteift bin. Den anderen gelben Säcken zurufend: Seid ihr uch auf der Post? geht es weiter bergan. Man muss hier keine Zweifel haben, das Stück lädt zum Tippeln ein - Achtung - der erste Schnee - Jubel - Begeisterung - steiler Anstieg - gleich geschafft. Das letzte Flachstück auf dem vorgelagerten Plateau zeigt, aufgrnud von Nebel heute kein Raketenstart möglich. Wir bahnen uns den Weg auf der schneerutschigen Strecke bis zum Gipfel - welcher? Die Streckenposten haben alles an, was aufzutreiben war und Pinguinen gleich, winken sie steif. Der Nebel ist dicht. Nun, weg hier - jetzt schluppen wir bereits auf der Brockenstraße bergab. Gut gedacht ist die nächste Verpflegung vor der Bahnquerung. Ich nehme das erste Mal überhaupt warmen Schleim - schmeckt prima und bekömmlich - junge Väter kennen den Geschmack bestimmt. So..., weiter auf der neuen Decke der Straße bis zur Ilsenburger Kurve. Wir entspannen ein wenig, es läuft sich nämlich noch leicht. Schön, das die windempfindlichen Teilstücke nun vorüber sind, treffen wir nun auch vereinzelt auf Wanderer und verwegene MTBler. Auf dem Gllashüttenweg lassen wir Ahrensklint und den Erdberkopf rechts liegen und zweigen ab zum Trudenstein, an dem schon lange nicht mehr "gesprengt" wird. Wir sind zu ambitioniert, um das Stempelheft der Wandernadel aufzufüllen, ein kurzer Blick links zum alten Skihang, nehmen wir hier Wasser auf und zollen Diana Lehmann, der späteren Siegerin der Frauen, Respekt. (Irgendwie traf ich sie dieses Jahr immer auf Strecken, auf denen es regnet.) Ein Weile turnen wir nun schon herum, nein es geht jetzt nicht gemächlich auf dem oberen Hohneweg zur Steinernen Renne, nein, es geht zur Bergwacht hinunter, um dann wieder aufsteigend die Renne zu erreichen. Den Sack haben wir am V-Punkt hingeschmissen, denn es ist hier "unten" nun vergleichsweise wärmer - da kommt Daniel (Knauer) in Sicht. Prima, da kann ich ihn noch grüßen, denn ich freue mich des gemeinsamen Weges. Hinterm Gasthaus Steinerne Renne laufen wir also ein wenig die Bielssteinchaussee entlang, um dann links zu Mönchsbuche zu gelangen; Anstiege ade. Hier treffen wir auf en Pulk der HM-Läufer und versuchen uns unseren optimalen Weg zu bahnen. So viele Menschen sehen hier Fuchs und Hase das ganze Jahr nicht. Die letzen 5 sind herrlich herbstlich, die Sonne zeigt auf, dass sie noch kann, wir tun es ihr gleich und stürmen los. Es geht eigentlich nur noch bergab, aufmunternd die Zurufe und ohne Hammer und Schmerz erreichen wir unser Ziel. Kaffee und Kuchen - Ja! Zum Geburtstag ein M und S auf dem B - Ja!

Fazit: Ein Landschaftslauf - ohne Frage - durch den raueren Teil des Harzes. Der Strecke ist mit Respekt zu begegnen, damit sie einem etwas zurückgeben kann. Für die Teilnahme, zumindest von Freizeitläufern - wie wir einer sind, ist ein wenig Übermut gefragt. Die Verpflegung und Streckenauszeichnung ist prima; auch Start- und Zielbereich auf der Wiese an der Hasseröder Himmelpforte sind übersichtlich. Die Betreuung ist beinahe professionell. Beruhigend - wenig Klamauk.

Was man wissen sollte:

  • Der Brocken ist schon einen Marathon wert, jedoch gibt es keine Sichtgarantie.
  • Es sind 1000 Hm zu bewältigen - Trainingsstand prüfen, sonst macht es keinen Spaß!
  • Die Parkmöglichkeiten in WR-Hasserode sind (offensichtlich) begrenzt.
  • Nach dem Lauf lohnt auf jeden Fall eni Besuch in der Autofreien Innenstadt Wernigerode zum Entspannen.

Informationen zum Wettkampf:
2011-10-08 09:00:0034. Harz-GebirgslaufWernigerode/OT Hasserode - Himmelpforte42,195 km (M) 

Zeit: 03:17:25 netto
Platz: 20, AK M35 4

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