| 35. Kernberglauf Jena |
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Der Kalkfelsen ruft! So kann der Ausspruch gelten, wenn man sich entschließt beim Kernberglauf in Jena teilzunehmen. Eins vorweg - undenkbar, dass in solcher Stadtnähe dieses tolle Trainingsgebiet aufwartet, welches nicht nur anspruchsvoll, sondern zudem sehr spannend ist. Sollte man ein wenig Probleme mit Höhenangst haben... Aus dem Norden kommend, haben wir bereits einen schönen herbstlich roten Sonnenaufgang hinter uns, als wir in Jena eintreffen. Hier "unten" hängt der Nebel fest und es ist lausig kalt und feucht. Wir holen unsere Startunterlagen, verbleiben aber ein wenig im Gebäude der Ausgabe, um warm zu bleiben. Es geht noch geruhsam zu, bereits eine halbe Stunde später ist das Treiben rege und der nahe Parkplatz voll. Schwierig ist die Start-Kleidung-Frage, doch in Erwartung der Sonne und 10 Grad versuchen wir den Trainingsanzug bis zu letzten Minute anzubehalten. Kurz vor 11 Uhr finden sich alle Hauptläufer ein - das sind die 15 und 27 Kilometer. Ein Faupax kündigt sich an, alle stehen falsch herum, müssen aber über die Ziellinie, die nun umgekehrt Startlinie ist und es wird kräftig geschoben - gut das wir uns alle so gegenseitig warm halten können, man nicht über die Absperrungen "flüchten" kann und die "langsamen" nun ganz vorne stehen. Nach kräftigen Schieben, Stoßen und auf den Füßen anderer herumstehen, starten wir also (erbarmungslos) 11:00 Uhr - nachdem die Tangente nun endlich gesperrt wurde - durch. Es geht aus dem kleinen Stadion auf die Straße Richtung Wöllnitz, einer schönen Waldsiedlung, entlang an Einfamilienhäusern und Streuobstwiesen, aber auch sogleich die weitere Tallage hinauf. Hier ist es noch recht kalt, viele Läufer prusten bereits. Bereits nach ein paar Kilometern trennen sich 15er und 27er. Wir können uns durch einen steilen Anstieg, noch auf einem breiten Waldweg, einen Eindruck verschaffen, bevor wir am ersten Verpflegungspunkt über eine Wiese in die eigentlichen Trails einsteigen und was ist dazu zu sagen - ich bin auf den ersten Metern begeistert! Schmale und weiche Wege durch Laub- und Mischwald, die Sonne blinzelt, während sich im Tal der kalte Nebel hält, beginnen wir nun mit der Umrundung. Es geht stets moderat auf und ab, mit Kehren und Wenden, auch laubigen etwas glatten Abschnitten. Doch dann der Augenblick, der Wald öffnet sich und der Pfad liegt völlig frei! Der Blick richtet sich auf Jena, links Kalk, rechts steil bergab, der Pfad, Schotter - oha - mit Höhenangst geht hier gar nichts. Ich äußere mich wohl begeistert, mein Vorläufer meint, auf den Weg sehen. Hier zeigt sich aber das Problem der "langsamen" vorn, man kann kaum überholen. Und so stellen wir um auf völligen Genuss der Strecke, anstatt mit angezogener Bremse hinterherzuzuckeln. Kurzweilig hält der Pfad immer wieder auch mit Flechten und Mosen, trockenen Kiefern, Gebüsch und grandiosen Ausblicken. Während sich im Tal der Nebel endlich auflöst, ist es hier oben gehörig warm und sehr angenehm. Wir "fliegen" weiter über Wurzel und Pfad, kurze Anstiege und leichte Abstiege fordern einiges ab, bereiten aber viel läuferische Abwechslung und vor allem Freude. Die Kehre ist erreicht, so dass es nun oberhalb und auf dem Plateau auf breiteren Wegen bis zur Verpflegung entlang geht. Ich nehme überall Getränke, am vorletzten Stand wird sogar alkoholfreies Bier! angeboten - das Versorgungsangebot hier "oben" ist reichlich. Meist abfällig und der Sonne abgewandt geht es nun wieder in Richtung Jena durch den Ziegenhain, nicht ohne einen Blick auf den "Turm" geworfen zu haben. Wieder laufen wir durch hohen Buchenwald und auf weichen Waldpfaden - wunderbar. Das letzte Stück über die oberen Wiesen durch die Gärten gestaltet sich ein wenig schwierig, da sehr steil bergab, doch schon sind wir wieder auf der (Hin-)Strecke die Straße hinunter, diesmal zur Fußgängerbrücke über die Schnellstraße unterwegs. Den Kilometer auf dem Radweg parallel zur Straße denken wir uns weg, bevor wir links hinter das Fußballstadion vom FC einbiegen. Jeder Streckenposten ruft uns aufmunternde und anerkennende Worte zu, der Zielsprecher ist nun bereits zu hören. So absolvieren wir die letzten 3 Kilometer mit Begeisterung und sind schon im Ziel - leider. Fazit: Eine grandiose Laufstrecke! Diesen, nicht zu langen, Lauf von 27 km sollte man, trotz der Uni und Wettkampf orientierten Sportler, wirklich zur Entspannung nutzen; nicht daneben treten. Die Streckenversorgung ist herzlich und ausreichend. Die Kalklandschaft erlaubt tolle Ausblicke und erweist sich als wunderbar warm - auch im Herbst. Die Erwartung einer, auch durch die Kontakte mit dem USZ und dem Jenaer Laufladen, wirklich profesionell gestalteten Organisation wurden leider nicht erfüllt. Zum einen gab es massive Probleme bei der Startaufstellung - Drängeln und Schieben, da alle zunächst in die falsche Richtung standen. Es fehlte die Auszeichnung eines Streckenabzweigs, was bei den ersten Läufern zum Falschlaufen führte, Kilometer 3 zum Ende hin, gab es gleich 2x und die Zielverpflegung? Für alle 27er gab es im Ziel gerade noch Wasser und Tee, Äpfel und Bananen waren alle, den Gutschein für die (Brühwürfel-)Suppe hätte man lieber weggelassen. Nun, dass trübt unsere Gesamtbegeisterung für die Strecke und den Lauf jedoch nicht, es sei nur im Vergleich erwähnt. Was man wissen sollte:
Informationen zum Wettkampf:
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